Heimliche Enteignung: Wer gewinnt, wenn unser Geld an Wert verliert? | 263
Shownotes
Ist mein Depot wirklich gewachsen oder sieht es nur als Zahl so aus? Der S&P 500 und der MSCI World steigen in Dollar seit Jahren, mit Gold als Maßstab gemessen nicht. "Priced in gold" sehen wir sogar einen Verlust der meisten großen Indizes. Ein großer Teil des Anstiegs ist nämlich Inflation: Die Zahl im Depot wird nur deshalb größer, weil Euro und Dollar immer weniger wert sind.
Aber warum sollte der Goldpreis aussagekräftiger sein als Euro und Dollar? Und wie kommt diese angebliche Geldentwertung zustande? Ist das am Ende alles nur eine Verschwörungstheorie der typischen Crash-Propheten? Das bespreche ich in dieser Folge wieder mit Anja-Katharina.
Wir klären:
• Warum steigende Aktienkurse nicht dasselbe sind wie echter Wertzuwachs • Warum Gold als Maßstab geeigneter ist als Euro und Dollar • Was der S&P 500 und der MSCI World in Gold zeigen, während Fed und Notenbanken es lieber verstecken • Wie Staatsschulden, neu geschaffenes Geld und der Cantillon-Effekt eine heimliche Umverteilung antreiben • Was wir als Anleger tun können, um reale Kaufkraft zu erhalten und Vermögen abzusichern, statt nur hohe Zahlen als Illusion auf dem Bildschirm zu sehen
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Podcast-Team: Ronny Wagner (Hosting & Redaktion), Anja-Katharina Riesterer (Redaktion & Co-Moderation), Ulrich Allroggen (Ton & Schnitt)
Transkript anzeigen
00:00:00: Stell dir vor, du willst einen Tisch ausmessen.
00:00:02: Du nimmst ein Maßband das genau ein Meter lang ist.
00:00:06: Du legst es an die Tischkante und siehst – siehst genau ein Meter lang wie dein Maßband!
00:00:11: Doch dann schneidet jemand heimlich ein Stück von deinem Maßband ab.
00:00:16: Du misst dieselbe Tischkante noch einmal und plötzlich erscheint sie länger als ein Meter.
00:00:21: aber der Tisch ist nicht gewachsen.
00:00:22: nur deinen Maßband ist kleiner geworden.
00:00:25: Genau so müssen wir auch auf die Finanzmärkte schauen.
00:00:28: Wir messen unser Vermögen in Euro oder Dollar, steigen.
00:00:32: die Zahlen sieht vieles nach Wachstum aus.
00:00:34: Steigende Aktienkurse, steigende Immobilienpreise, neue Höchststände – aber Euro und Dollar als Maßstab verändern sich ständig!
00:00:42: Ist mein Depot wirklich gewachsen?
00:00:44: Oder sieht es nur als Zahl so aus während es eigentlich
00:00:47: sinkt?!
00:00:48: Wie kommt diese heimliche Geldentwertung zustande?
00:00:51: Wer profitiert davon?
00:00:52: Und was können wir als Anleger tun?
00:00:57: eine
00:00:59: Super-Einleitung, die direkt ins Markt trifft.
00:01:03: Ja das ist auch immer die Einleitung die ich bei meinen Seminaren nutze?
00:01:07: Das Beispiel mit dem Tisch ist echt super!
00:01:10: Das kenne ich auch schon seit ein paar Jahren von dir und es hat mir sehr geholfen damals auch Inflation besser zu verstehen.
00:01:17: aber dieses Jahr kommen noch was weiteres dazu.
00:01:19: du hast nämlich eine Seite gezeigt die heißt prizedengold.com also Preise in Gold bemessen Und da haben wir uns dann zusammen den S&P-Fivehundred angeschaut.
00:01:30: Das ist ja soweit ich weiß, einer der wichtigsten Aktienindices der USA und das konnte man in zwei verschiedenen Ausführungen machen einmal in Dollar und einmal in Gold.
00:01:40: Die Unterschiede sind wirklich beeindruckend.
00:01:42: Ich hab's jetzt auch noch mal vor mir.
00:01:44: also in Dollar zeigt der Index seit den neunzehnhundertfünfziger Jahren einen kontinuierlichen Anstieg insgesamt ... bis heute um vierzigtausend Prozent im Plus.
00:01:55: Das ist eine gute Entwicklung, wo man erst mal sagen würde, wer langfristig in Aktien investiert wird reich oder wer es getan hat, ist reich geworden.
00:02:04: und dann schaut man auf Gold und das Bild sieht wirklich komplett anders aus.
00:02:07: also es ist noch nicht einmal gegenläufig oder so.
00:02:09: es ist einfach anders und hat viel mehr Schwankungen.
00:02:12: und von den neunzenhundertfünfzigern bis heute ist es ungefähr Hundert Prozent im Plus, das ist ja schon noch gut.
00:02:19: Aber überhaupt kein Vergleich zum Dollarpreis?
00:02:24: Was sagt uns dieser Vergleich?
00:02:26: Ganz einfach auf dem Maßstab kommt es an.
00:02:29: Das Bild wie du es gerade beschrieben hast in völlig anderes Bild.
00:02:33: Ein Dollar sieht der S&P-Five hundert einfach cool aus fantastisch.
00:02:36: Na, vierzigtausend Prozent ist auch das was die meisten Finanzberater und Finanzmedien immer wieder rauskramen und als Argument pro Aktien ins Feld führen.
00:02:46: Wenn man aber dann einen anderen Maßstab anlegt, nämlich das Gold zum Beispiel.
00:02:49: Man kann ja auch andere Maßstäbe noch nehmen oder auf dieser Seite wird der Gold verwendet.
00:02:54: Dann verändert sich das Bild komplett und das ist eine ganz coole Nummer weil man eben eine andere Perspektive einnimmt auf diese Seite und deswegen nutze ich die gerne und in den letzten Jahren zu der Erkenntnis gekommen bin dass ein steigender Preis nicht automatisch steigenden realen Wohlstand bedeutet.
00:03:13: Auf dem Papier wären wir alle reicher, aber das ist ja nicht das was uns interessieren sollte sondern was können wir uns denn tatsächlich von dem was da auf den Papier steht letztlich kaufen?
00:03:24: und dass es die alles entscheidende Frage.
00:03:26: Warum wird denn jetzt hier im Gegenzug überhaupt Gold als Maßstab verwendet?
00:03:31: Es ist ja letztlich auch eine Währung Aber warum ist sie vielleicht Fragezeichen geeigneter oder Aussage kräftiger als Euro und Dollar?
00:03:40: Naja wie haben wir gerade beim Intro auch schon gesagt oder ich habe gesagt dass es auf den Maßstab letztlich dann auch ankommt.
00:03:46: Und wenn ich halt ein Maßstabb nehme, der sich ständig verändert und durch die beliebige Vermehrung von Papiergeld verwässert ist, dann ist das kein geeigneter Maßstatt.
00:03:57: Dann ist es langfristig ein extrem schlechter Maßstap und er erzeugt eben einen Trugbild.
00:04:03: Die Geldmenge wächst, die Kaufkraft verändert sich – Das ist erstmal Fakt!
00:04:07: Deswegen müssen wir vielleicht auf eine andere Maßstabe gucken nicht der perfekte Maßstab ist, weil auch er seine Stärken und Schwächen hat.
00:04:17: Aber über sehr lange Zeiträume – und Gold hat ja nun mal einen sehr langen Track-Rechorde, über fünftausend Jahre jetzt ein Thema in der Menschheit – dann ist eben Gold mit diesem Wissen ein superinteressanter Referenzpunkt!
00:04:29: Und auf der anderen Seite kann ich natürlich diesen Maßstap nicht beliebig ausweiten, weil die Begrenztheit von physischem Gold ist nunmal unantastbar….
00:04:38: Deswegen ist Gold für mich, wenn ich es mit einem Papiergeld Euro, Dollar oder Jenn vergleiche der bessere Maßstab.
00:04:45: Er ist nicht perfekt aber er ist der besseren Maßstap.
00:04:48: Okay könnte man dann auch ganz naiv einwenden?
00:04:52: Das würde ja bedeuten dass der Goldpreis in den letzten fünfundzwanzig Jahren nur deshalb so stark gestiegen ist weil er in Euro und Dollar bemessen wird und gar nicht weil gold an sich wertvoller wird.
00:05:03: Du
00:05:03: sagst das genau.
00:05:05: wir müssen die Perspektive umdrehen.
00:05:08: Gold steigt eigentlich nicht.
00:05:09: Ich würde es eher als Schwäche des Papiergelds
00:05:11: betrachten.".
00:05:12: Natürlich kann ich mit gold und das hat die Geschichte ja auch immer wieder mal gezeigt, auch eine deutliche Aufwertung meiner Kaufkraft erreichen.
00:05:18: aber der Hauptteil der goldpreisentwicklung der positiven goldpreise entwicklung ist der schwäche des papiergeldes geschuldet Und dass muss man einfach bei seiner rechnung immer wieder auf der agende haben und ihm für stehen.
00:05:32: Es gibt So ein beliebtes Rechenbeispiel, das habe ich auch letztes Jahr gerade wieder frisch auf einem Goldvortrag gehört hier in Hamburg.
00:05:40: Da hat jemand ausgerechnet ob das noch stimmt und es kam hin.
00:05:43: Ich hab leider die aktuellen Zahlen nicht dabei aber da wurde quasi grob belegt dass in allen Jahrtausenden mann für ungefähr die gleiche Menge Gold, die gleiche Menge Brot kaufen konnte und das stimmte sogar an dem Tag bei Becker XY nebenan.
00:05:59: Also der hat die Zahlen mitgebracht, der den Vortrag
00:06:02: gehalten hat.
00:06:02: Das
00:06:03: zeigt ja auch so ein bisschen noch mal was an.
00:06:06: aber du hast jetzt auf der anderen Seite gerade auch nochmal Angebot-und Nachfrage erwähnt.
00:06:10: also gold wird natürlich auch ... wertvoll.
00:06:13: oder der Preis steigt, wenn mehr Leute es haben wollen.
00:06:16: Und das gilt ja dann auch für den S&P Five Hundred.
00:06:18: also ist ja nicht nur das nachgedruckte Geld und das Aufblähen der Währung sondern Unternehmen in diesem Index können wertvoller werden.
00:06:26: Ja spielt das jetzt eine Rolle für diese Maßstabsbewertungen?
00:06:30: Na ja klar ein steigender S& P Five Hundred in Dollar sagt erst mal zunächst nur die Zahl wird größer.
00:06:35: was anders sagt er es erstmal nicht aus woher das kommt Ob das jetzt echte Unternehmensgewinne sind oder Produktivitätsfortschritte im Unternehmen selbst.
00:06:44: Oder eben Inflation, Geldmengenausweitung oder ein schwächerer Dollar dafür gesorgt hat dass der Preis steigt?
00:06:49: Das sehe ich nicht.
00:06:51: Da ist eben das Problem.
00:06:53: Ich kann nicht genau sagen woher kommt denn dieser Zuwachs und deshalb muss ich mich immer fragen Ist mein Vermögen wirklich gewachsen oder ist nur sein Preis in einer Währung die gleichzeitig permanent an Kaufkraft verliert?
00:07:05: Es ist deswegen dazu gekommen.
00:07:07: Und genau dafür ist der Vergleich mit Gold eben so interessant, weil ich hier die Inflation oder die Geldmengenausweitung aus der Gleichung mit rausnehmen kann um wirklich zu sehen was ist denn jetzt wirklich dem Produktivitätsfortschritt oder dem Unternehmensgewinn zuzuschreiben?
00:07:20: Dafür entwicke ich ein Gefühl wenn ich mir das sagen gucke.
00:07:23: Aha!
00:07:23: Das bedeutet also...das war mir ehrlich noch nicht klar dass gold einfach nur die inflation rausnimmt und was man dann auch sieht ist die tatsächliche Wertentwicklung ja der Unternehmen das heißt es ist gar nicht dann auch noch vermischt.
00:07:37: Das ist zumindest ein klareres Bild, das ist nicht perfekt aber es ist klarer.
00:07:42: Okay also wenn wir jetzt mal davon ausgehen dass hier ein paar Leute zuhören die auch gerne mal hinter die Kulissen des Systems schauen ist ja doch eine ganz interessante Frage warum ist das alles überhaupt so und wer profitiert davon?
00:07:57: Weil es kommt mir, wenn ich jetzt diese beiden Charts angucke wie eine Art Zaubertrick vor der die Warenverhältnisse vernebelt und der uns in so ne kleine Illusion bringt.
00:08:07: In der wir denken alles ist gut was ja aber nicht stimmt
00:08:09: Genau Und der zaubertrick heißt für mich vor allem Geldillusion.
00:08:13: Den Begriff benutze ich ja immer häufiger.
00:08:16: Wenn also mehr Geld ins System kommt dann steigen natürlich Vermögenspreise häufig mit.
00:08:20: das ist einfach so.
00:08:22: Also auch ein steigender Aktienmarkt Ist Ein inflationärer Effekt, so könnte man vielleicht benennen.
00:08:30: Und es ist natürlich auch so und du hast danach gefragt wer davon letztlich profitiert.
00:08:35: Wenn Geld neu entsteht und in das System einsickert dann gibt es Menschen oder Institutionen die natürlich zuerst mit diesem frisch gedruckten Geld in Verbindung kommen.
00:08:47: Das ist ganz normal.
00:08:48: Also Geld verteilt sich nicht sofort auf alle Menschen gleich, was da neu entstanden ist.
00:08:53: Das kann man sich vielleicht so vorstellen in leeres Glas und wenn man in dieses leere Glas Honig reinfüllt dann verteilt sich der Honig ja auch auf dem Glasboden relativ langsam.
00:09:04: Der bedeckt ja nicht sofort den gesamten Glasbohden Und so kann man das eben bei frisch geschaffenem Geld auch vorstellen.
00:09:10: Es gibt also Institutionen und Menschen die sofort mit diesem Geld in Berührung kommen und die da auch davon profitieren Preisen, die vorher im Geldsystem gegolten haben eben noch Assets oder andere Dinge einkaufen können.
00:09:26: Denn der Preis dieser Dinge steigt ja erst im Nachgang und das ist dieser klassische Kantelloneffekt von dem ich immer spreche.
00:09:34: neues Geld verteilt sich nicht gleichzeitig und gleichmäßig.
00:09:37: Und genau deshalb gibt es Profiteure und es gibt Menschen, die die Zeche zahlen.
00:09:42: Ich mache es nochmal vereinfacht in meinen eigenen Worten also neues Geld kommt ins System ganz zu Beginn.
00:09:49: Darauf nur bestimmte Institutionen, Menschen wie auch immer Zugriff.
00:09:54: Klammer auf!
00:09:55: Ich möchte gleich noch wissen von dir wer genau?
00:09:58: Und Sie nutzen das während der inflationäre Effekt also die Geldentwertung doch nicht durchgesickert ist ins System.
00:10:05: Korrekt.
00:10:06: Das bedeutet sie haben einen riesigen Vorteil und der Effekt nachher kommt aber bei uns an.
00:10:11: Das heißt uns wird eigentlich was abgezogen dafür dass die ersten den Vorteil hatten.
00:10:16: Richtig.
00:10:17: Ja, genau das Geld was im System dann ankommt treibt natürlich die Preise nach oben und die die zuletzt damit in Kontakt kommen haben natürlich die A-Karte.
00:10:24: Und wer sind jetzt die ersten?
00:10:27: Das wüsste ich auch gern.
00:10:28: Nein Spaß beiseite Man muss sich vorstellen die Deutsche Bundesbank oder die Europäische Zentralbank sitzt in Frankfurt.
00:10:39: Wenn da Geld neu geschaffen wird dann säkert natürlich dort das Geld auch zuerst ein.
00:10:43: Dann kommt das natürlich zuerst auch bei den Finanzintermediären an, bei den Banken und Versicherungen.
00:10:48: Bei großen Immobiliengesellschaften vielleicht auch bei der Regierung.
00:10:53: natürlich muss man auch sagen und dann damit auch bei dem Nicht-Regierungsorganisation.
00:10:59: Die profitieren natürlich auch davon.
00:11:00: also da gibt es sicherlich ein paar Player die uns allen bekannt sind, die relativ zeitnah oder relativ am Anfang mit diesen Dingen in Kontakt kommen Und der normale Bürger, auf den trifft das dann natürlich deutlich später.
00:11:15: Die normalen Menschen merken da über höhere Mieten, über gestiegene Lebensmittelpreise oder höhere Energiekosten, dass da irgendwas im System passiert sein muss.
00:11:24: Bevor man hier eine große Verschwörung wittert, muss man fair bleiben und sagen diese Geldschöpfung Geldpolitik, also zum Beispiel das Nachdrucken von neuen Geld hat ja eine Funktion.
00:11:36: Es geht auch darum, dass Notenbanken in Krisen für Liquidität sorgen und Inflation ist ... Ich glaube mit zwei Prozent eingepreist.
00:11:46: Das ist ein Soll-Zustand, dass wir zwei Prozent Infektion haben.
00:11:51: Hat das nicht alles seine Berechtigung?
00:11:53: Natürlich hat es seine Berechthebung.
00:11:54: Geldschöpfung ist ja nicht per se schlecht!
00:11:57: In einer Krise kann man zum Beispiel mit enormer Liquidität verhindern, dass aus einem kleinen Problem ein großer System Kollaps wird.
00:12:03: Das ist Fakt!
00:12:05: Auch das Inflationsziel hat natürlich eine ökonomische Logik – du hast gerade gesagt es sind.
00:12:08: Es ist angelegt im System zwei Prozent Inflation als Geldwertstabilität zu bezeichnen.
00:12:14: Das is zwar von der Logik her ein Widerspruch in sich aber es ist halt so definiert.
00:12:18: Mein Kritikpunkt ist ein anderer.
00:12:20: Ich sag mal so, aus der Feuerwehr ist eine Dauerheizung geworden.
00:12:23: also wir haben... Wir sind über diesen Punkt hinaus das wir nur in Krisenphasen frisches Geld oder die Geldpolitik einsetzen um diese Krise abzumildern oder vielleicht auch känzlich zu verhindern.
00:12:35: Das ist mittlerweile zu einem Dauertzustand geworden und man muss sich eben der Konsequenzenbewusstsein die das anrichtet Und das scheint mir in der Politik nicht so richtig klar zu sein.
00:12:44: Man ist froh dass man dieses Instrumentarium hat Aber man ist sich der Folgen und Konsequenzen nicht ausreichend bewusst.
00:12:51: Deswegen ist das für mich ein großes Problem, und der entscheidende Punkt ist für mich die Medizin kann richtig sein.
00:12:57: Also mal eine Geldspritze oder neue Schulden, das kann in gewissen Situationen Sinn machen aber es darf nicht zur Dauertherapie werden?
00:13:06: Ja, Dauerterapie ist eigentlich ein ganz schönes Stichwort weil wenn du immer davon ausgehst dass das ja möglich ist dann wirtschaftest du natürlich verantwortungsloser Ja, quasi allein schon auch für den Staaten supergroßen Anreiz immer weiter Schulden zu machen.
00:13:20: Da ist ja nicht so wirklich ein Ende in Sicht.
00:13:22: Richtig!
00:13:22: Und
00:13:23: wenn wir das jetzt wirklich zur Ende denken und ernst nehmen?
00:13:25: Was müssen wir als Anleger anders machen?
00:13:28: Naja ... So wie du es jetzt auch gemacht hast... Wir müssten aufhören im Vermögen eben nur in einer ungedeckten Papiergeldwährung zu denken also einen Euro oder US-Dollar.
00:13:37: Entscheidend ist eben nicht, wie viel Geld ich auf dem Konto stehen habe die Zahl, die da steht Sondern welche Kaufkraft und welche Handlungsmöglichkeiten habe ich damit?
00:13:45: Und genau aus dem Grund brauche ich eben Sachwerte, ich brauche unterschiedliche Anlageklassen.
00:13:50: Ich muss meine Abhängigkeit von einem einzigen monetären System reduzieren und das Ziel muss eben sein nicht die höchsteren Dieter auf den Papier zu erzeugen sondern Kaufkraft erhalten, Risiken und Krisen überstehen und überleben und das wichtigste handlungsfähig zu bleiben.
00:14:08: Dann am Ende ist Vermögen für mich gespeicherte Handlungsfähigkeit in jeder Situation.
00:14:13: Erklär bitte nochmal kurz für diejenigen, die vielleicht noch nicht so oft hier zugehört haben was meinst du damit?
00:14:18: Nicht alles von einem monetären System abhängig zu machen.
00:14:22: Ganz praktisch nicht alles auf eine Währung setzen und bei einer Bankparken nicht alles in einem Land verorten und vor allem nicht alles nur in eine Anlageklasse stecken sondern das ganze schön diversifizieren echt diversifiziert verschiedene Währungen in der Liquidität möglichst verschiedene Bankinstitutionen nutzen, vielleicht auch mal ein Auslandskonto mit in Betracht ziehen und vor allem nicht alles nur auf einen fährt setzen.
00:14:45: Und sich dann wirklich die entscheidende Frage stellen was passiert mit meinem Vermögen wenn ein Teil des monetären Systems plötzlich nicht mehr funktioniert?
00:14:54: Dann wird es sich zeigen wer richtig diversifiziert hat und wer nicht.
00:14:58: Also Diversifikation bedeutet nicht unterschiedliche Aktien ETFs zu investieren und dann zu glauben ich bin ausreichend und hinreichend diversifiziert.
00:15:07: Da muss man ein bisschen größer denken.
00:15:10: Ich hab vorhin gesagt, dass mir das vorkommt wie so Zaubertrick der uns so einhüllt und ich musste dabei total an Platons Höhlengleichenis denken.
00:15:19: Das kennst du bestimmt auch?
00:15:21: Ja!
00:15:22: Das hat mich schon viele Jahre meines Lebens begleitet und das Höhengleichenes besagt ganz grob ... dass eine Gruppe von Menschen gefesselt in einer Höhle sitzt und auf eine Wand schaut.
00:15:33: Und diese Menschen kennen nichts anderes, und auf dieser Wand tanzen Schatten umher die aber hinter ihnen von Menschen und Lichtern produziert werden.
00:15:42: Sie halten eben diese Schatten an der Wand für die Realität.
00:15:45: Genau!
00:15:46: Wenn sie sich jetzt umdrehen das Licht und die Menschen sehen oder sogar aus der Hölle rausgehen tut es wahnsinnig weh, es blendet ihre Augen Die gesamte Gewohnheit in Frage und deswegen machen es die wenigsten.
00:16:00: Und das kommt mir halt hier genauso vor, dass eben diese steigenden Grafen, die steigenen Kontostände
00:16:05: usw.,
00:16:06: wie diese Schatten sind, die uns natürlich auch eine Verführung bieten weil wir dadurch in der sicheren Höhle bleiben und uns tut nichts weh und alles bleibt wie's ist.
00:16:16: Deswegen möchte ich dich eigentlich zum Abschluss noch fragen, ob wir nicht alle mit an dieser Illusion arbeiten oder sie aufrecht erhalten.
00:16:24: Ja natürlich!
00:16:25: Hundert Prozent!
00:16:26: Das ist ein schönes Gleichnis was du da bringst.
00:16:29: Das ist genau das was die Seite Price Than Gold wahrscheinlich auch mit dir gemacht hat.
00:16:33: Sie hat deine Realität verändert.
00:16:36: Du guckst plötzlich ganz anders auf diese Sachen und du merkst dass man dich da viele Jahre hinter die Fichte geführt hat.
00:16:44: Du kannst das jetzt ändern, indem du dich halt damit beschäftigst und verstehst dass es eben nicht um nominale Dinge geht sondern dass man wirklich in realen Zahlen und Fakten denken muss.
00:16:53: Und vor allem das System sich mit diesen Dingen auch anschauen muss und man darf eben dieser Papiergeldillusion nicht unterliegen.
00:17:00: Und muss ich wirklich die Frage stellen bin ich tatsächlich wirklich vermögender geworden mit den Anlagen die ich gemacht habe oder habe ich nur mehr Einheiten eines Maßstabs der selbst ein Wert verliert?
00:17:12: Da ist die wirklich wichtige Frage, die ich mir stellen muss.
00:17:16: Dann kann es sein, dass du dann aus der Höhle herausgetreten bist?
00:17:20: Ich wollte auch noch auf dieses Unbequeme hinaus, weil jeder hat das bestimmt schon mal erlebt, dass eine ungeplante Rechnung kam oder ne Steuernachzahlung in einer Höhe, die einem schnell den Boden unter den Füßen wegreißt und man kennt auch wie man sich im Alltag fühlt.
00:17:39: Jetzt zu erkennen, dass vielleicht das ganze Geldsystem eine Art Illusion ist bedeutet ja noch mal einen viel größeren Anteil von Unsicherheit und Verunsicherung.
00:17:48: Und Boden ist weg weshalb es fällt auch so ein bisschen.
00:17:51: verständlich ist, dass da nicht jeder jetzt Bock drauf hat nützt nichts.
00:17:55: aber Das ist eigentlich auch was ich durch das Höhen gleich Nichts sagen wollte.
00:18:00: Ich wollte das damit nicht gut heißen oder sagen Dass das jetzt der klügere Weg ist.
00:18:03: Aber Es geht vielen Menschen ja auch schon so schlecht, dass dann das Gefühl ist.
00:18:07: Wenn ich das jetzt auch noch alles durchdenke und zulasse, dann kann ich völlig einen packen?
00:18:12: Naja... Ich glaube wichtig ist erstmal den Grund auch für meinen Zustand zu verstehen.
00:18:18: Das ist glaube ich dem meisten auch nicht klar.
00:18:20: die suchen dann halt immer Antworten oder Gründe für diesen Zustand woanders.
00:18:25: dabei liegt es ja auf der Hand dass das System nicht dein Freund ist, indem du dich bewegst.
00:18:31: Die einfachen Antworten sind oft nicht die richtigen.
00:18:34: Man muss des Pudels Kern herausfinden und zudem kommen.
00:18:38: Das ist eben ganz wichtig.
00:18:39: Es ist nicht immer einfach oder leicht.
00:18:41: Das tut auch manchmal weh.
00:18:43: Aber es ist der einzige Weg wie man zu einem anderen Punkt kommt, der die Sache verbessert.
00:18:48: Also die Lösung liegt außerhalb der Höhle?
00:18:50: Ja.
00:18:52: Ist einfacher und weniger schmerzhaft drin zu bleiben?
00:18:56: unabhängig davon, ob man jetzt aus der Höhle rausgeht oder nicht.
00:19:00: Du sagst ja so oder so, dass dieses System irgendwann an sein Ende kommen muss und das meinst du eben gar nicht so ... Jetzt sage ich mal wie die klassischen Crashpropheten sagen, morgen kommt der Zusammenbruch.
00:19:12: Erklär das bitte noch mal auch ganz einfach für jemanden, der dich das noch nie sagen hören hat?
00:19:18: Genau.
00:19:18: Ich sage richtig an Jakarta, ich sage ausdrücklich nicht, dass morgen der ganz große Crash kommt.
00:19:24: Wer dafür ein Datum nennt oder sonstige Sachen damit verbindet, der macht in meinen Augen da einen ganz großen Fehler.
00:19:33: Weil das kann niemand wissen!
00:19:34: Niemand hat die Glaskugel auf den Tisch, niemand weiß was da kommt.
00:19:37: Der amerikanische Ökonom Jumen Minsky hatte einen wichtigen Mechanismus beschrieben, der das plausibel macht.
00:19:43: Lange Phasen der Stabilität in einem System führen häufig dazu dass Menschen immer größere Risiken eingehen weil sie sagen Mensch ist die letzten dreißig Jahre waren toll es hat doch alles funktioniert.
00:19:53: Also wird sie nächsten dreißig Jahre auch funktionieren.
00:19:55: Und dann wird eben aus solider Finanzierung, wird auf einmal spekulative Finanzierung und irgendwann schaltet man nochmal einen Gang hoch und steht dann auf einmal plötzlich in der Ponzi Scheme einer Ponzi-Finanzierung also dieses Schneeballsystem.
00:20:08: Das bedeutet vereinfacht.
00:20:09: am Anfang kann ich meine Schulden aus meinen laufenden Einnahmen bedienen später kann ich vielleicht nur noch die Zinsenzahlen und irgendwann funktioniert das Ganze nur noch wenn ich immer wieder neue Schulden aufnehme oder meine Vermögenswerte weiter im Preis steigen.
00:20:22: Jetzt habe ich gerade den Staat beschrieben, so hat sich das in den letzten Jahren ja auch im Staatshaushalt dargestellt.
00:20:29: Das funktioniert eben aber auf Unternehmensebene und vor allem auch im privaten Bereich.
00:20:34: also das ist im Grunde das was wir sehen in der Realität wie es abläuft.
00:20:39: Und Minskys entscheidende Erkenntnis war dass Stabilität in gewissen Situationen auch Instabilität erzeugen kann.
00:20:47: Also so haben wir hier vielleicht mal einen Gedankengang, der zeigt wie es eigentlich zu diesen Krisen kommt und warum eben größere Krisen auch in der nächsten Zeit nicht ausgeschlossen sind.
00:20:58: weil wir eben aus einer Phase herauskommen wo die letzten Jahrzehnte doch eher von Stabilität gekennzeichnet waren.
00:21:05: Es gab immer wieder kleine Verwerfungen und Erschütterung aber das große Ganze blieb ja eigentlich intakt.
00:21:11: genau dass ist mein Punkt beim heutigen Geldsystem.
00:21:13: Ich weiß nicht, wann und wie die Anpassung kommt.
00:21:16: Kriegen wir eine Inflation?
00:21:17: Kriegen weine Hyperinflationen?
00:21:19: Geht es in eine Deflation?
00:21:20: Wird umgeschuldet?
00:21:22: Was ist mit einer Wehrungsreform?
00:21:24: Was is da, zwanzigneunundzwanzig mit dem digitalen Euro?
00:21:26: Wie wird das
00:21:27: ablaufen?".
00:21:28: Das kann niemand seriös vorhersagen!
00:21:30: Die fischen doch alle nur im Trüben.
00:21:33: Wir wissen dass da was kommt.
00:21:34: Wir versuchen zu erklären wie's ablaufen könnte aber tatsächlich wissen tut das niemand und deshalb versuche ich eben nicht den Crash vorherzusagen sondern ich baue mein Vermögen so auf, dass ich keine perfekte Bognose brauche und auch dann handlungsfähig bleibe wenn das System immer instabiler wird.
00:21:51: Und das ist das was ich auch meinen Mandanten immer wieder mit auf den Weg gebe.
00:21:55: Gut also... Ich konnte dir zum Glück folgen!
00:21:58: Auch wenn das schon ein bisschen tiefer geht als wir es manchmal hier im Podcast machen und die Kernaussage für mich ist eigentlich so.. Dasses System immer nennt oder so wie es verwendet wird nicht ewig gutgehen kann.
00:22:12: Und das ist ja schon eine etwas differenziertere Aussage, als jetzt die klassischen Crashpropheten es oft sagen.
00:22:20: Du hast es auch sehr gut hergeleitet und erklärt.
00:22:24: in diesem Sinne sage ich mal wieder herzlichen Dank!
00:22:28: Ich habe nochmal ein Stück besser verstanden warum mich eigentlich von alledem unabhängig machen sollte.
00:22:35: Freu mich schon, dir in der nächsten Folge zu einem neuen Thema.
00:22:38: Aber natürlich implizit auch wieder zum Thema unabhängig machen weitere Fragen zu stellen!
00:22:43: Das freut mich und schön dass unsere Zuhörer wieder mit dabei waren.
00:22:47: Und ich denke das Fazit der heutigen Folge können wir ganz einfach ziehen raus aus der Höhle.
00:22:53: MikeDrop
00:22:55: Genau einen Moment noch bevor du weiter schaltest Wenn dir die Podcast-Folge gefallen hat, würde ich mich freuen wenn du meinem Podcast eine Bewertung gibst.
00:23:06: Das hilft mir sichtbar zu bleiben und noch mehr Menschen zu erreichen denen echte Unabhängigkeit auch wichtig ist!
00:23:13: Oder du teilst diese Folge direkt mit jemandem für den sie interessant sein könnte?
00:23:18: Bei persönlichen Fragen zu Finanzen oder Edelmetallen erreichst Du mich jederzeit unter postetroniwagner.com.
00:23:25: Wenn du Themenwünsche für den Podcast hast uns Feedback geben möchtest oder gern selbst mal im Podcast mit deinem Thema zu Gast wärst, melde dich gerne bei Anya Katharina unter redaktion.ronywagner.com.
00:23:40: All das steht auch nochmal übersichtlich in der Folgenbeschreibung – ich freue mich und ihr zu hören!
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