Wo ist der nächste Bunker in meiner Stadt? Wie ernst ist die Lage wirklich? | 258

Shownotes

Kaum jemand hat einen Plan dafür, wo er in wenigen Minuten Schutz findet. Dabei gibt es in Deutschland nur noch wenige öffentliche Bunker – für einen Bruchteil der Bevölkerung. Viele sorgen mit Gold, Bargeld und Vorräten vor, aber ohne einen Ort für die erste Stunde fehlt ein wichtiger Teil des Plans.

In dieser Folge geht es daher wie immer nicht um Panik oder Kriegsprognosen, sondern um Handlungsfähigkeit:

• Wie viele Bunker gibt es in Deutschland? • Brauchen wir sie heute überhaupt noch? • Wo finde ich in meiner Nähe Schutz – Keller, Tiefgarage, andere massive Räume? • Welche 5 Kriterien helfen bei der Einschätzung von Schutzräumen? • Und wie groß ist die aktuelle Bedrohungslage wirklich - ganz sachlich betrachtet?

Antifragilität heißt nicht, dass wir morgen mit Krieg rechnen, sondern dass wir einen Plan B haben und flexibel handeln können, wenn sich die Lage plötzlich ändert.


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Podcast-Team: Ronny Wagner (Hosting & Redaktion), Anja-Katharina Riesterer (Redaktion & Co-Moderation), Ulrich Allroggen (Ton & Schnitt)

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir haben einen Notkroschen, Vorräte und vielleicht sogar einen Plan für den Stromausfall.

00:00:06: Aber haben wir auch einem Plan für dem Fall das plötzlich eine Drohne in unserer Nähe auftaucht?

00:00:11: Gerade die Ereignisse rund um den Flughafen Leipzig Anfang August zeigen wie schnell dass eine ganz konkrete Frage werden kann.

00:00:18: Zwar bin ich kein Fan davon Kriegsthemen unnötig aufzugreifen und damit Ängste weiter hoch zu pushen Und ich habe durchaus meine eigene Ansicht dazu, wer hier eigentlich Krieg treibt und wer nicht.

00:00:30: Aber gerade deshalb möchte ich das Thema einmal ganz nüchtern aus einer anderen Perspektive betrachten – nicht aus der Perspektiv von Angst oder Propaganda sondern aus der Verspektive von Antifragilität und Handlungsfähigkeit!

00:00:44: Denn unabhängig davon wie man die aktuelle Lage politisch bewertet bleibt eine Frage sinnvoll….

00:00:50: Was wäre eigentlich unser Plan B?

00:00:53: wenn sich die äußeren Umstände plötzlich massiv verändern?

00:00:57: Wie gehen wir damit um, dass es kaum noch Bunker in Deutschland gibt?

00:01:00: Brauchen wir sie heutzutage überhaupt noch.

00:01:03: Wie finde ich heraus wo ich in meiner Nähe Schutz finde, wenn etwas Unawartetes passiert und wie groß ist die aktuelle Bedrohungslage?

00:01:12: tatsächlich?

00:01:13: ganz sachlich ohne Panikmache und Propaganda?

00:01:19: Im März zwanzig zweiundzwanzig Nur wenige Wochen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat das Bundesinnenministerium den jahrzehntelangen Rückbau der Bunker in Deutschland gestoppt.

00:01:31: Nach dem Ende des Kalten Krieges war man davon ausgegangen, dass solche Schutzanlagen nicht mehr benötigt würden.

00:01:37: Durch das kriegerische Geschehen in geografischer Nähe zu Deutschland kamen schnell Zweifel auf!

00:01:43: Es wurde eine Bestandsaufnahme angeordnet – wie viele Schutzräume gibt es überhaupt noch und in welchem Zustand befinden sie sich?

00:01:51: Das Ergebnis ist ernüchternd.

00:01:53: Von den rund zweitausend öffentlichen Schutzräumen aus dem Kalten Krieg sind nur noch etwa sechshundert übrig, sie bieten Platz für eine halbe Million Menschen also einen verschwindenden kleinen Teil der Bevölkerung.

00:02:06: und selbst diese Anlagen sind nicht automatisch einsatzbereit.

00:02:10: viele wurden seit Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr entsprechend gewartet oder sind inzwischen für andere Zwecke genutzt worden.

00:02:17: Vor diesem Hintergrund hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, kurz BBK gemeinsam mit Bund und Ländern ein neues Schutzraumkonzept entwickelt.

00:02:27: Und genau hier wird es interessant für uns – denn der neue Ansatz setzt nicht darauf überall neue Bunker zu bauen!

00:02:34: Stattdessen wird geprüft welche bereits vorhandenen Räume sich im Ernstfall als Schutzmöglichkeiten eignen?

00:02:40: Darunter Keller in Wohn- und Geschäftsgebäuden Tiefgaragen, U-Bahnanlagen oder andere massiv gebaute Räume.

00:02:48: Der Grund dafür ist ziemlich simpel – bei modernen Raketen und Drohnenangriffen kann die Vorwarnzeit nur wenige Minuten betragen.

00:02:56: Ein kilometerweit entfernter Bunker hilft dann wenig – entscheidend ist vielmehr das Menschen einen geeigneten Schutzraum schnell erreichen können.

00:03:04: Aber für welche Situationen eignen sich Bunkern überhaupt?

00:03:08: Vergiss am besten direkt die Hollywoodvorstellung vom monatelangen Überleben unter der Erde!

00:03:13: Schutzräume sind vor allem dafür gedacht, Menschen vor den unmittelbaren Auswirkungen bestimmter Gefahren zu schützen.

00:03:19: Beispielsweise vor Trümmern, Splittern und Druckwirkung bei Explosionen oder Angriffen.

00:03:24: Auch bei einem nuklearen Ereignis können massive Gebäude und insbesondere Kellerräume einen wichtigen Schutz vor radioaktivem Fallout bieten.

00:03:33: Dabei geht es allerdings nicht darum, einen Atomkrieg im Bunker monatelang zu überleben!

00:03:39: Der Sinn ist wesentlich nüchterner die unmittelbare Gefahrenphase zu überstehen und die Strahlenbelastung möglichst zu reduzieren.

00:03:48: Und genau deshalb ist es auch falsch zu denken, entweder habe ich einen echten Atomschutzbunker oder ich bin komplett ungeschützt.

00:03:55: Auch ein geeigneter Keller oder ein anderer massiv gebaute Innenraum kann einen erheblichen Unterschied machen!

00:04:03: Wie finde ich heraus wo der nächste Schutzraum in meiner Nähe ist?

00:04:06: Hier liegt eines der größten Probleme….

00:04:09: Das neue Schutzraumkonzept soll möglichst flächendeckend erfassen, welche Räume sich eignen.

00:04:13: Parallel wird daran gearbeitet wie diese Informationen der Bevölkerung schnell zugänglich gemacht werden können – eine digitale Darstellung wird auch geprüft.

00:04:22: Bis ein solches System flächendeckend verfügbar ist sollte man sich noch nicht darauf verlassen im Ernstfall einfach eine App zu öffnen und den nix gelegenen Bunker angezeigt zu bekommen.

00:04:33: Viel sinnvoller ist es sich jetzt einmal selbst umzuschauen!

00:04:36: Wo befindet sich in meiner unmittelbaren Umgebung ein Keller?

00:04:40: Gibt es eine Tiefgarage oder eine massive unterirdische Anlage, welcher Raum ist schnell und zu Fuß erreichbar.

00:04:46: Und wo könnte ich mich aufhalten wenn ich innerhalb weniger Minuten Schutz suchen

00:04:50: müsste?".

00:04:51: Die konkrete Eignung hängt vom Gebäude, vom Szenario und von der baulichen Beschaffenheit ab.

00:04:58: Als grobe Orientierung gibt es fünf Kriterien.

00:05:02: Erstens – möglichst unterirdisch.

00:05:05: Zweitens massive Wände und Decken.

00:05:07: Drittens, möglichst wenig Außenwände.

00:05:10: Viertens, möglichst wenige Glas- und Fenster.

00:05:13: Fünftens, idealerweise mindestens zwei massive Wende zwischen einem Selbst- und dem Außenbereich.

00:05:20: Je mehr Masse und Abstand zwischen dir und der möglichen Gefahrenquelle liegen, desto besser!

00:05:25: Diese fünf Punkte geben dir eine erste Orientierung für die Schutzwirkung eines Raumes.

00:05:30: Ob ein konkreter Raum aber auch bei einer Beschädigung des Gebäudes strukturell sicher bleibt oder du im Ernstfall darin eingeschlossen werden könntest, lässt sich als Laie nicht zuverlässig beurteilen.

00:05:41: Dafür braucht es eine fachliche Bewertung das Gebäude.

00:05:44: Wer das für den eigenen Keller genauer prüfen möchte findet beim BBK unter baulicher Bevölkerungsschutz weitere Informationen.

00:05:53: Wichtig ist vor allem eins – Nicht erst im Ernster Fall darüber nachdenken wo man Schutz findet!

00:05:59: Kommen wir nun zur tatsächlichen Bedrohungslage.

00:06:02: Hier wird es eigentlich viel interessanter als beim Thema Bunker, denn der Staat empfiehlt der Bevölkerung grundsätzlich sich auf Krisen und Notlagen vorzubereiten und sich zunächst selbst helfen zu können – unabhängig davon ob gerade eine konkrete Bedrohen besteht.

00:06:18: Dazu gehört beispielsweise ein ausreichender Vorrat an Lebensmitteln und Getränken.

00:06:22: das aktuelle BBK empfielt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können.

00:06:28: Dazu kommen Dinge wie notwendige Medikamente, erste Hilfematerial oder Taschenlampen.

00:06:34: Und zum Thema Krieg lässt sich lediglich eins mit Gewissheit sagen – die Bundesregierung und das BBK gehen davon aus, dass sich die Sicherheitslage verändert hat und Bevölkerungsschutz deshalb neu bewertet werden muss.

00:06:46: Das ist alles!

00:06:48: Und das bedeutet keineswegs, dass ein Krieg bevorsteht.

00:06:51: Antifragilität bedeutet auch nicht davon auszugehen, dass morgen Krieg.

00:06:56: Es bedeutet sich so aufzustellen, dass man auch dann handlungsfähig bleibt wenn etwas Unerwartetes passiert.

00:07:03: Wie groß die konkrete Bedrohungslage tatsächlich ist können wir als Einzelne ohnehin nie ganz beurteilen schon weil Nachrichten und Einschätzung je nach Land politischer Perspektive und Interessenlage teilweise erheblich auseinandergehen.

00:07:17: Deshalb geht es hier auch nicht darum, eine eigene geopolitische Prognose abzugeben sondern darum sich auf Risiken vorzubereiten die unabhängig davon realistisch eintreten können.

00:07:29: Wer diese Bandbreite versteht kann sich vernünftig vorbereiten ohne in Panik zu geraten.

00:07:35: Goldene Grüße Dein Ronny Wagner.

00:07:39: Einen Moment noch bevor du weiter schaltest Wenn dir die Podcast-Folge gefallen hat, würde ich mich freuen wenn du meinem Podcast eine Bewertung gibst.

00:07:47: Das hilft mir sichtbar zu bleiben und noch mehr Menschen zu erreichen denen echte Unabhängigkeit auch wichtig ist!

00:07:55: Oder du teilst diese Folge direkt mit jemandem für den sie interessant sein könnte?

00:07:59: Bei persönlichen Fragen zu Finanzen oder Edelmetallen erreichst Du mich jederzeit unter postetroniwagner.com uns Feedback geben möchtest oder gern selbst mal im Podcast mit deinem Thema zu Gast wärst, melde dich gerne bei Anya Katharina unter redaktion.at RonniWagner.com.

00:08:21: All das steht auch nochmal übersichtlich in der Folgenbeschreibung – ich freue mich und ihr zu hören!

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