#251 - Wie werde ich unabhängig vom System?

Shownotes

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Spannungen und technologischer Umbrüche stellen sich immer mehr Menschen die Frage, wie man unabhängiger von äußeren Umständen wird. Sie wünschen sich mehr Resilienz, Gelassenheit, mentale Stabilität, innere Stärke und Sicherheit.

Wie werden wir also unabhängiger von allem, was passiert, vom System und Finanzsystem, statt darauf zu hoffen, dass sie besser werden?

In dieser Folge spreche ich mit Anja-Katharina aus meinem Team darüber, warum bei mir ausgerechnet das Fasten der Auslöser für diese Frage war. Nicht, weil es ums Abnehmen oder um den nächsten Gesundheitstrend geht. Sondern weil freiwilliger Verzicht ein wirksames Training für Selbstdisziplin, Gelassenheit und Widerstandskraft sein kann.

Wir sprechen darüber, warum Komfort uns nicht automatisch stärker macht, wie kleine freiwillige Herausforderungen uns auf die großen Herausforderungen des Lebens vorbereiten und warum am Ende gilt: Je weniger du brauchst, desto weniger kann dir genommen werden und desto unabhängiger bist du.

Konkret erfährst du:

  • Warum ich regelmäßig faste, obwohl Gewichtsverlust nie das Ziel war,
  • Wie Krafttraining, Eisbaden und unbequeme Gespräche nach demselben Prinzip funktionieren,
  • Woran du erkennst, dass dir im Alltag körperliche, mentale oder finanzielle Reserven fehlen,
  • Und wie du Schritt für Schritt mehr innere Stabilität und Resilienz aufbauen kannst.

Die wichtigste Botschaft dieser Folge: Versuche nicht, ein Leben ohne Stress, Unsicherheit oder Rückschläge zu schaffen. Baue stattdessen ein Leben, das mit all dem umgehen kann. Denn langfristig entsteht echtes Vermögen nicht nur im Außen, sondern auch in dir selbst.


Schreib mir gern: post@ronnywagner.com

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Podcast-Team: Ronny Wagner (Hosting & Redaktion), Anja-Katharina Riesterer (Redaktion & Co-Moderation), Ulrich Allroggen (Ton & Schnitt)

Transkript anzeigen

00:00:00: Viele Menschen denken, dass Ziel im Leben sei vor allem glücklich zu sein.

00:00:05: Beliebte Stichworte sind der Freudefolgen oder mehr Leichtigkeit – aber macht uns ein möglichst angenehmes Leben tatsächlich stärker?

00:00:13: Ich glaube das Gegenteil ist der Fall!

00:00:15: Wer Stress, Unsicherheit und Unannehmlichkeiten konsequent vermeidet wird langfristig verletzlicher.

00:00:22: Gerade in einer Welt die immer unberechenbarer wird stellt sich deshalb eine entscheidende Frage Wie können wir innere Stabilität aufbauen, statt nur auf günstige Umstände zu hoffen?

00:00:33: Stets der Freude zu folgen und alles zu vermeiden was uns stresst oder triggert.

00:00:39: In dieser Folge beantworte ich wieder Fragen von Anja Katharina aus meinem Team.

00:00:43: Sie möchte von mir wissen warum ich mir immer wieder freiwillig Dinge zumute die unangenehm sind Und natürlich wie ich das konkret mache.

00:00:52: Ausgangspunkt für unser Gespräch ist mein regelmäßiges Fasten.

00:00:58: Hallo Anja Hallo,

00:00:59: Ronny.

00:01:00: Du hast mich jetzt direkt geträgert.

00:01:01: zum Einstieg

00:01:02: ... Wie hab ich denn das gemacht?

00:01:05: In dem du von der Freudefolgen gesprochen hast, weil ich mich sehr lange in Kreisen bewegt habe, in denen das ein großes Thema war und das hat ja auch alles seine Berechtigung und Richtigkeit.

00:01:16: aber wenn es in einen Extrem kippt sich dass eben mittlerweile auch wie du wird es schnell wieder zur Vermeidung und man schwächt sich dadurch unbewusst.

00:01:24: Insofern wurden gerade ein paar Erinnerungen wach.

00:01:27: Aber ja, ich hab viele spannende Fragen mitgebracht.

00:01:30: Weil ich das schon einige Jahre beobachte bei dir ... Mit diesen unbequemen Dingen.

00:01:35: und du warst auch vor ein paar Wochen oder Monaten mal wieder bei deiner zwei-wöchigen Fastenkur?

00:01:41: Eine

00:01:41: Woche!

00:01:42: Reicht ihr

00:01:42: auch?!

00:01:43: Ja, es hat gereicht

00:01:44: Und da will ich gerne direkt einsteigen.

00:01:46: Seit wann machst Du das mit dem Fasten und weißt Du noch was damals der Auslöser dafür war?

00:01:52: Ja, das weiß ich ganz genau sogar noch weil ... Das war die Coronazeit.

00:01:56: Ich war in Corona, war ich krank für zehn Tage und da habe ich nicht vierzehn Tage aber fast eine Woche nicht essen können oder nicht essen wollen.

00:02:04: Und das hat mich... Oder es hat sich gut angefühlt!

00:02:08: Es fühlte sich dann so an dass die Erkrankung dann auch relativ schnell wieder abgeklungen ist und ich eben gemerkt habe, dass das irgendwas Gutes in meinem Körper angerichtet hat.

00:02:17: und da hab' ich mir gedacht Das musste jetzt nicht nur machen, wenn du krank bist.

00:02:21: Sondern das kannst du ja auch mal einbauen, wenn nichts ist einfach so wie das tägliche Zähne putzen oder... andere Sachen, die man regelmäßig macht.

00:02:28: Aber eben nicht weil man jetzt in der Notsituation oder einer Krankheit ist sondern weil es einfach gut in den Tagesablauf integriert werden kann.

00:02:36: und da habe ich dann gesagt ja ich muss mal Fasten fahren und ich muss mich damit mal vor allem intensiver beschäftigen und das hat ja auch zudem gepasst zu diesem ganzen Antifragilitätsthema mit dem ich mich ja schon sowieso sehr lange Beschäftige natürlich am Anfang primär bei den Finanzen wo ich mir die Frage gestellt hab wie kann ich denn von Krisen und wie kann ich denn von Ungewissheiten, wie kann Ich davon profitieren?

00:02:57: Und da spielt das Thema Antifragilität natürlich gerade bei den Finanzen schon immer eine bedeutende Rolle bei mir.

00:03:04: Das war für mich dann – wann war das?

00:03:06: – zwanzig.

00:03:08: Auch mit dem Thema Gesundheit der Fall dass sich dann einfach anfingen mich damit zu beschäftigen.

00:03:12: Und jetzt du hast es angesprochen vor ein paar Wochen war ich in Österreich wieder mal eine Woche.

00:03:17: fast.

00:03:18: Das Schöne daran war, ich war gemeinsam mit meiner Frau dort.

00:03:21: Die konnte ich die letzten Jahre nicht so richtig davon begeistern.

00:03:23: Sie hat mich immer belächelt und hat immer gesagt ne das ist eine Stürme und das mache ich nicht Und ich konnte sie jetzt überzeugen mit mir das mal auszuprobieren.

00:03:31: und so haben wir das als gemeinsames Experiment angestartet und Ich muss sagen ja es war cool.

00:03:37: schöne Zeit War zwar auch wieder anstrengend und belastend für den Organismus aber es hat weder die positiven Effekte gebracht die ich auch die letzten jahre schon verspürt habe Und bei meiner Frau hat es auch dazu geführt, dass sie dem Fasten jetzt nicht nur positiv gegenüber eingestellt ist.

00:03:52: Sondern sogar gesagt hatte ich soll die nächste Fastenwoche wieder mit ihr planen.

00:03:57: also das hat mich natürlich auch wieder wiederum bestärkt und hat gezeigt, dass es eben nicht nur mir so geht sondern eben auch meinem Menschen die das den ich das auch mal empfohlen habe Also der eigentliche Auslöser war damals die Neugier und der Wunsch die eigene Komfortzone bewusst zu verlassen.

00:04:15: Bei mir war es damals die Notsituation, die Krankheit.

00:04:18: Ich kann mir aber vorstellen, dass es sehr vielen Leuten geht wie deiner Frau ursprünglich, weil klar, Fasten ist unangenehm.

00:04:25: Darüber sind sich erst mal alle einig, ob man's jetzt schon ausprobiert hat oder nicht.

00:04:30: und zweitens gibt's ja auch viele Vorurteile oder Fehlannahmen darüber.

00:04:34: Ich hab bei dir relativ schnell rausgehört, das is zum Beispiel gar nicht um so was wie Abnehmen oder so geht, was ja viele damit verbinden als Ziel, was vielleicht auch noch mal zusätzlicher Stressor ist sondern ... dass du es zwar natürlich für die gesundheitlichen Effekte insgesamt machst, aber das ist dir wirklich darum geht dein System herauszufordern.

00:04:51: Kannst du da noch mal ein bisschen näher drauf eingehen?

00:04:53: Du hast völlig Recht.

00:04:54: also es geht beim Fasten nicht um das primäre Ziel des Abnehmens.

00:04:57: Viele machen das aus dem Grund, aber ich sehe das anders.

00:05:00: Es geht um die Autophagie, es geht um dieselbste Reinigung, es wird um die Zellerneuerung und das ist der viel wichtigere Schritt.

00:05:07: Und ja, du hast recht in dem Moment erst einmal unangenehm.

00:05:12: Wenn man das dann einmal durchlebt hat und weiß, welche positiven Effekte sich nach dem Fasten einstellen, dann erleidet man diese Unannehmlichkeiten natürlich auch in gewisser Weise gern.

00:05:25: Und ich glaube wenn man das in Maßen macht und eben auch ein gutes Körpergefühl dadurch entwickelt, ist das für die Gesundheit absolut förderlich sehr, sehr viele positive Effekte mit sich bringen.

00:05:37: Es geht ja auch nicht nur um körperliche Dinge sondern es geht auch um geistige Sachen die man wenn man das Fasten richtig macht, die man dann beobachten kann.

00:05:45: also wenn man Fasten auch so sieht dass man die sozialen Medien oder den Fernseher mal meidet und sich wirklich mal selbst beschäftigt Hat das auch sehr viele positive Fekte auf diesem Bereich der Gesundheit?

00:05:57: Auf weitere Verzichtsbereiche kommen wir später noch.

00:06:00: Ich will gerne beim Stichwort Autophagie einhaken, weil mir sagt das was und ich halte das für wichtig.

00:06:06: Du bist ja auch Fastenleiter inzwischen und kannst mit Fachbegriffen um dich werfen aber kannst du es nochmal in ganz einfachen Worten erklären, was da eigentlich passiert und warum dieser Prozess so wichtig ist für den Körper?

00:06:20: Ja also ... Im Jahr zwei Tausend Fünfzehn gab es dafür einen Nobelpreis in Japaner, ich habe das vergessen wie er heißt.

00:06:25: Aber es war ein Japaner der zweitausendfünfzehnte Nobelpreise bekommen hat.

00:06:28: Er hatte nämlich bei Experimenten mit Mäusen genau diese Autophagie also die Selbstaufzählung diesen Modus in denen der Körper dann geht wenn er keine Nahrung von außen bekommt.

00:06:37: und er hat eben draufgefunden dass der Körper nicht die guten Sachen die im Körper schon vorhanden sind verzehrt sondern sich erstmal auf die schlechten Sachen benutzt mal den Begriff der schlechten Sachen, fokussiert und die zuerst wegschafft.

00:06:52: Und diese Selbstaufzählung führt dann letztlich dazu, dass deine Zelle wieder freier wird, besser mit der Energieproduktion arbeiten kann.

00:07:05: Das merkt man halt, das es alles leichter geht und man sich besser fühlt und beschwingter ist und eben diese Schwere auch so in dem ich das war, dieses gewisse Gefühl der Schwere, dann auch mal hat, gerade wenn man jetzt so in Phasen kommt wie Weihnachten.

00:07:20: Dann geht es mir immer ganz deutlich, dass ich das merke nach diesen üppigen Mahlzeiten und diesem ganzen Drumherum, dass man eben merkt, es fühlt sich nicht leicht an das Leben.

00:07:32: Es ist grad ein bisschen schwierig und man wird noch ein bisschen melancholisch und verschwindet.

00:07:38: Das zeigt mir, dass dieser Autophagie-Prozess im Körper wunderbar funktioniert und dass man einfach wieder ein Stück weit freier entspannter und lockerer und leichter durchs Leben gehen kann.

00:07:49: Ich frage mich gerade, weil jetzt kommen wir zu den anderen Bereichen wo du dich freiwillig Stress aussetzt oder Verzicht übst ob diese Autophagie nicht auch eine wunderbare Metapher für die anderen Bereiche ist.

00:08:01: also wenn ich mir jetzt einfach nochmal vorstelle man verzichtet eine Weile auf digitale Medien oder Suchtmittel dann kommt ja auch automatisch erstmal das negative hoch dass man damit vielleicht auch ein bisschen überdeckt hat und erst mal verdauen muss, um dann wieder Platz zu schaffen.

00:08:16: Also ... Vielleicht gibt es diese Autophagie in vielen Bereichen?

00:08:20: Kannst du darüber mehr sagen?

00:08:21: Welche Bereiche nutzt du noch, um Stress zu trainieren?

00:08:25: Und was passiert dabei?

00:08:27: Ja, so ein schönes Bild darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht.

00:08:30: Das stimmt, dass man da eine gewisse Umkehrung herbeiführen kann.

00:08:34: Aber ... Wie gesagt, ich glaube, dass ein gewisses Maß an freiwilligem Stress erst mal grundsätzlich nicht der Gesundheit abträglich ist sondern im Gegenteil sogar extrem gesund ist.

00:08:45: Nicht weil man jetzt sagt, Stress an sich ist gut, sondern weil man durch diesen Stress widerstandsfähiger wird wenn man eben dann auch in die Gegenposition geht.

00:08:53: also wenn ich jetzt Phasen von hohem Stress eine Zeit lang hatte da muss ich halt für mich erkennen das ich dann halt auch den Gegenpol besetzen muss als ich brauche dann auch ne Phase wo ich mich dann halt mal komplett raus nehme und nichts tue.

00:09:05: Dieses schöne Wort des Müsiggangs, das mag ich ja total.

00:09:09: Also auch nicht dieser klassische Urlaub wo man sich ja auch wieder stresst den viele dann auch machen, wo sie sagen, ich gehe vierzehn Tage oder drei Wochen jetzt mal irgendwo an Strand und leg mich auf eine Liege und lass mich da berieseln.

00:09:19: Das meine ich nicht.

00:09:20: im Müßigang ist was anderes.

00:09:22: Wo man sich einfach mal so ein Stück weit gehen lässt und nicht jetzt auch den Tag- und dem Tagesablauf plant sondern wo man einfach das macht worauf man gerade Lust hat.

00:09:29: Das ist ja in den meisten Urlauben nicht der Fall.

00:09:32: Deswegen würde ich Urlaub dann nochmal so ein bisschen ausklammern.

00:09:34: So wie es die meisten Menschen verstehen und leben, das war eigentlich mein wirklich klassischen Müßiggang den man sich da aussetzt.

00:09:41: Und wenn man diese Extreme besetzt, dann glaube daran, dass das für den Körper super gesund und super wichtig ist um widerstandsfähiger zu werden.

00:09:51: Fasten hast du schon genannt als Beispiel.

00:09:53: Krafttraining gehört für mich ebenfalls dazu.

00:09:56: also ich setze meinem Körper gezielt Belastung aus.

00:09:58: Krafttrainig mache ich jeden zweiten Tag um einfach Muskeln zu erhalten bzw aufzubauen damit man auch ein Stück weit stärker wird gerade im Alter oder wenn man den ganzen Tag sitzt dann ist es eine Wohltat für den Körper.

00:10:12: sitzen ist ja das neue Rauchen wie ich gelernt habe Und deswegen glaube ich, dass man gezieltes Krafttraining unbedingt mit einsetzen sollte.

00:10:20: Dann wissen ja die meisten wahrscheinlich das ich ein Saunergänger bin?

00:10:24: Ich mag die Sauna, ich mag das anschließende kalte Nass und sogar das Eisbaden im Winter.

00:10:30: Das glaube ich sind dann auch noch mal Stressoren, die ich bewusst wähle um mich antifragiler aufzustellen gibt sicherlich noch ein paar mehr aber das sind so die, die es so alltäglich in meinem Leben

00:10:39: habe.

00:10:40: Ich persönlich habe viel Erfahrung gemacht im letzten Jahr mit Internet- oder Social Media-Fasten.

00:10:45: Das ist eine krasse Erfahrung, weil viele Teile des Soziallebens sich da abspielen.

00:10:52: Können wir an anderer Stelle drüber sprechen?

00:10:54: Aber das hat mich total an die Autophagie erinnert auf silischer Ebene.

00:10:59: Außerdem würde ich dich noch fragen wollen als Fastenleiter.

00:11:03: Gibt es auch Risiken ... Also wenn du sagst, Stress trainieren ... Gut, richtig und wichtig.

00:11:08: Es ist genauso wichtig in die andere Seite zu gehen wie es bei einem Menschen, der vielleicht chronisch unter Stress und Spannung steht.

00:11:16: wenn dann der noch anfängt da oben was draufzupacken kann das auch nach hinten losgehen?

00:11:19: Ja klar da wo Chancen liegen liegen auch genauso Risiken.

00:11:23: also die Münze hat doch zwei Seiten sogar drei.

00:11:28: Da muss man extrem aufpassen.

00:11:29: Also jemand, der jetzt chronisch krank ist und der Medikamente regelmäßig einnehmen muss, den würde ich mal nicht dazu raten mit Fasten sofort zu beginnen.

00:11:37: Das sollte er ja schon unter ärztlicher Aufsicht tun, das ist ganz wichtig!

00:11:41: Und nicht da einfach loslegen, weil du hast völlig recht.

00:11:43: Das ist Stress für den Körper!

00:11:44: Das ist erstmal ein neuer Stressor der auf dem Körper und die Seele einwirkt.

00:11:49: Und das kann auch nach hinten losgehen.

00:11:51: Deswegen immer schön vorsichtig... ...die Homöopathie spricht von Einschleichen.

00:11:55: Dinge, die man neu so in sich aufnimmt dass man das jetzt nicht mit brachialer Gewalt umsetzt sondern dass man es sachte und langsam und vielleicht auch mit ärztlichem Rat tut.

00:12:04: Das is ganz wichtig.

00:12:06: also bitte hier nicht gleich für bare Münze nehmen und umsetzen.

00:12:09: Man braucht schon da ein gutes Körpergefühl, das hab ich so gelernt.

00:12:12: Also man muss den eigenen Körper schon gut wahrnehmen und gut spüren und wissen wie ihr in gewissen Situationen reagiert, wie sich Dinge anfühlen.

00:12:20: Das ist total wichtig!

00:12:22: Und wer das nicht hat oder wer das nie spürt ... Vorsicht also bitte einen ärztlichen Rat einholen?

00:12:28: Ich glaube dass es auch für in Anführungszeichen gesunde Menschen wichtig ist weil einfach wir in einer Zeit leben wo eine hohe Grundspannung Stress, wirtschaftliche Nöte

00:12:37: etc.,

00:12:37: eine Tagesordnung sind Und das man da gut einfach auf sich achtet.

00:12:41: Obwohl die Tendenz natürlich stimmt, was du sagst.

00:12:43: Ja absolut!

00:12:44: Da helfen die stoischen Sichtweisen sehr...

00:12:46: Auf die wollte ich jetzt eh kommen.

00:12:49: Ehrlich?

00:12:50: Ich wollte noch mal auf der Freude folgen und mehr Leichtigkeit im Leben finden, was ja auch in vielen Coachings und Online-Inzitartkacheln immer Thema ist, wollte ich zu sprechen kommen.

00:13:02: Mich würde tatsächlich nochmal interessieren wie du zu dieser Haltung stehst, weil sie ist ja im Grunde nicht falsch.

00:13:09: Und wie das mit deiner Grundhaltung vereinbar ist und auch der stoischen Philosophie?

00:13:13: Ja ich glaube viele Menschen verwechseln Glück immer mit diesem angenehmen Gefühles dieses Glücksgefühl.

00:13:18: Das ist ja nicht falsch da hast du völlig recht!

00:13:21: Da sollte man sich auch immer wieder klar machen.

00:13:23: aber wir wissen auch Gefühle kommen und gehen und wer eben sein Leben nur darauf ausrichtet jetzt möglichst viel Freude zu empfinden oder Dinge aus dem Weg zu gehen die unbequem sind, die Unbehagen auslösen.

00:13:36: Das ist ein Problem was ich sehe.

00:13:39: das sollte man nicht machen weil diese Dinge kann man ja auch nur bedingt kontrollieren.

00:13:43: Das geht ja nicht so dass man auch seine Gefühl immer unter Kontrolle hat und das funktioniert nicht.

00:13:49: Und ich bin, wie du weißt ja mit der Definition von Glück.

00:13:53: Die Seneca nicht entwickelt hat aber die Seneca immer benutzt hat.

00:13:56: damit bin ich fein und die finde ich gut.

00:13:58: Glück entsteht wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.

00:14:01: Der Spruch hängt auch bei mir im Büro hoch und das trifft es glaube ich am besten.

00:14:06: Man muss sich bewusst machen man kann viele Dinge nicht kontrollieren.

00:14:09: Die sind einfach nicht unter unserer Kontrolle und sie passieren einfach ob ich das jetzt will oder nicht.

00:14:15: Wenn man das weiß dann Dann guckt man da ein Stück weit anders drauf und dann weiß man, okay ich kümmere mich jetzt mal nur um die Sachen.

00:14:21: Die selbst in der Hand habe diese herangehensweise was man sagt Ich weiß nicht wann ich die Gelegenheit bekommen werde darauf will ich jetzt auch nicht warten aber ich will zumindest einmal den ersten Schritt dahin machen Und das ist die Vorbereitung!

00:14:33: Ich will mich auf gewisse Dinge die im Leben passieren können einfach gut vorbereiten Egal, ob die jetzt eintreten oder nicht.

00:14:39: Aber ich hab mich zumindest mal damit auseinandergesetzt und bin entsprechend dann auch im Kopf die Dinge schon durchgegangen.

00:14:45: Und wenn sie dann kommen ... Wenn die Dinge eintretten, kann ich angemessen darauf reagieren.

00:14:49: Dann bin ich halt glücklich.

00:14:51: so empfinde ich das.

00:14:52: Das heißt es ist gar nicht so dass du wie ja man entgegnen könnte ein Leben in Stress und Leid einfach lebst weil du's toll findest sondern du machst das bewusst und dosiert Weil du am Ende dadurch viel mehr Wohlbefinden, Zufriedenheit was auch immer hast wenn nämlich das Leben dazwischen kommt.

00:15:14: Das hast du schön gesagt absolut richtig!

00:15:17: Also es ist so ein Trainingsprozess würde ich da ist das eher also Dinge durch leiden.

00:15:22: Da werden ja die Stoiker auch immer wieder mal kritisiert für dass man sagt gut ständig diese negativen Gedanken und negatifen Visualisierungen für die die Stolker ja auch stehen.

00:15:32: Das ist sicherlich keine gute Grundhaltung und das widerspricht ja auch dem Dingen, die jetzt hier bewusst positiv denken und solche Sachen.

00:15:41: Ich glaube genau das Gegenteil ist der Fall und ich stimme da den Stolkern voll zu indem man sagt naja das ist eine Art des Trainings, dass es eine Art sich auf Dinge vorzubereiten, Dinge zu durchleben um einfach zu wissen wie sich's anfühlt.

00:15:53: Nämens Beispiel Fasten.

00:15:54: wenn wir tatsächlich mal in unserer Gesellschaft in so ne Phase rein laufen wo wir vielleicht mal nichts zu essen haben oder nicht an ausreichende Maße essen können muss ja jetzt kein Krieg sein, das kann ja auch eine Naturkatastrophe oder ähnliches sein.

00:16:05: Dann weiß ich wenn ich gefasstet habe schon mal wie sich dieses Hungergefühl anfühlt.

00:16:10: Das finde ich total wichtig!

00:16:11: Da

00:16:11: überrascht es dich nicht wie ein Schock sondern dein gesamter Organismus weist schon... Ja

00:16:16: der ist trainiert drauf oder auch mein Kopf ist trainierend darauf.

00:16:19: Der Körper ja sowieso, der Körper schafft das schon, er kann auch zwanzig dreißig Tage ohne Essen auskommen.

00:16:25: aber der Kopf Der ist da ganz, ganz wichtig und wenn man das Gefühl schon mal durchlebt hat, dann hilft das.

00:16:31: Ich finde es besonders interessant was du sagst weil für mein Empfinden unser modernes Leben eigentlich eher darauf ausgerichtet ist uns empfindlicher zu machen.

00:16:39: also es geht viel um vermeiden von Stress glücklich sein Triggerwarnungen Berechtigung haben sie ja teilweise.

00:16:48: aber du verstehst was ich damit meine.

00:16:51: Und mir ist in dem Zusammenhang nochmal auf deiner Schoolplattform ein Zitat von dir aufgefallen.

00:16:56: Du hast geschrieben, in einem Beitrag über dein Fastenerlebnis.

00:17:00: Wer wenig braucht ist schwer zu destabilisieren.

00:17:04: Kannst du noch mal zwei, drei Sätze zu diesem Aspekt sagen?

00:17:07: Na ja, wer wenig braucht es erst einmal grundsätzlich unabhängiger.

00:17:11: Das ist genau das was unser System nicht will!

00:17:14: Das System will dich ja abhängig machen, das suggeriert dir Dinge die du unbedingt haben musst.

00:17:19: Die du brauchst, die du dir unbedingt kaufen musst um dich halt in eine gewisse Abhängigkeit auch zu bringen und erwähnt mein Wohlbefinden aber genau davon abhängt dass eben immer alles da ist, alles verfügbar ist Alles greifbar Dass alles im Leben perfekt läuft Ich also ständig in der Lage bin meine Bedürfnisse jederzeit zu befriedigen Und ich jeden meiner Wünsche auch jederzeit erfüllen kann dann Reichen schon ganz kleine Veränderungen und Störungen aus, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen.

00:17:46: Wenn das also nicht mehr da ist?

00:17:48: Das finde ich halt extrem problematisch und kann nur davor warnen sich in solche Abhängigkeiten so begeben.

00:17:53: Woran können Menschen die jetzt hier zuhören konkret merken?

00:17:58: dass sie anstelle ihrer Antifragilität eine Justierung brauchen?

00:18:03: Also ganz konkrete Symptome!

00:18:05: Das

00:18:05: ist die Frage, die du mir schon mal gestellt hast vor einigen Wochen.

00:18:09: Wirklich?

00:18:12: Ja, also ja nehmen wir mal so Alltags-Dinge, Alltagspeispiele eine unerwartete Rechnung oder Finanzamt meldet sich Steuererklärungen eingereicht.

00:18:21: ich habe mich vertan und jetzt kommt hier ne Riesennachzahlung bei raus oder mein Handy funktioniert man nicht weil es mir runtergefallen ist.

00:18:28: da hab' ich schon einige Menschen erlebt die in Panik verfallen sind.

00:18:32: Die Börsen crashen, Börsenkracht, dreißig Prozent Kursverlust an einem Tag Oder ich komme jetzt mal nicht dazu zu essen.

00:18:41: Da habe ich ein paar Beispiele bei mir in der Firma, wenn da so Mitarbeiter nicht zu gewissen Zeiten ihre Mahlzeiten zu sich nehmen können, dann merkt man schon dass da der Stresspegel etwas nach oben geht.

00:18:51: Da fehlt einfach was, da fehlt einfach so ein Stück weit die Resilienz zu sagen Ich kann auch mal diese Phasen relativ gut überstehen.

00:18:58: oder beim Thema Geld, beim Thema Steuern.

00:19:00: Ich hab halt eine Reserve auf die ich zugreifen kann, die es mir ermöglicht, halt auch so ne Steuernachzahlung einmal zu wuppen.

00:19:06: Auch wenn das nicht schön ist aber Ich hab die Optionen mir geschaffen und ich kann dann halt in solchen Phasen auch drauf zugreifen oder vielleicht noch mal ein zweit Handy da irgendwo in meiner Schublade.

00:19:16: Ich habe also eine Reserve gebildet, weil ich eben mit solchen Dingen im Vorfeld auch schon mal gerechnet habe oder sie mir vielleicht schon passiert sind.

00:19:22: Das sind so schöne Beispiele aus der Praxis, die vielleicht der ein oder andere schon erlebt hat?

00:19:27: Ja, ich glaube dafür findet man sich auf jeden Fall wieder.

00:19:29: Ich hab mich auch an einer einen oder anderen Stelle wieder erkannt.

00:19:34: Was war das Problem?

00:19:35: Nee, ich bin eher sehr ... bei so unerwarteten Briefen oder unerwarteten Nachrichten, also ob es jetzt eine Rechnung ist.

00:19:43: Das kann mich manchmal sehr stressen.

00:19:45: In diesem Sinne ich finde deine ganzen Antworten und Lehren total hilfreich und wertvoll für die heutige Zeit.

00:19:52: Ich bediene mich wie du merkst da regelmäßig dran weil das mir einfach ein Gefühl von Handlungsfähigkeit gibt bin ich die einzige Person, die erst mal was tun kann und dann kann das, was im Außen ist, mich auch nicht mehr so stark mitnehmen.

00:20:09: Also vielen Dank dafür Ronny!

00:20:11: Und zum Abschluss hätte ich gerne nochmal berühmte letzte Worte von dir oder eine Hauptbotschaft, die du jetzt destillierst aus diesem Gespräch, dass alle mitnehmen sollen?

00:20:21: Versucht nicht ein Leben ohne Stress, Unsicherheit oder Rückschläge zu bauen.

00:20:25: Das wird nicht funktionieren, das geht nicht.

00:20:27: Das Leben ist nicht so.

00:20:28: Baust stattdessen ein Leben auf, umgehen kann, schaffe die Option und reagiere angemessen auf diese Dinge.

00:20:37: Tipptopp!

00:20:37: Danke Ronny bis zum nächsten Mal.

00:20:39: Bis zum nächsten mal.

00:20:39: lieben Dank für die Fragen ciao.

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